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KR 51/1 von 1979 mit 3-Gang-Handschaltung

Immer wieder werden wir gefragt, warum eine restaurierte Schwalbe bei uns so teuer ist. Nachdem dies in einem Gespräch nur schlecht vermittelbar ist werden wir hier an dem Beispiel einer KR 51/1 mit Handschaltung von 1979 einmal darstellen, mit welchem Aufwand eine Restauration bei uns abläuft.

Ich werde mich bemühen, hier alle Details festzuhalten und hoffe mal, dass ich im Eifer des Gefechtes nicht wieder vergesse, Bilder zu machen.

Los geht´s:

Die Ausgangsbasis:

eine heruntergewirtschaftete Schwalbe mit dem gigantischen Kilometerstand von 97.498 km. Den Kilometerstand bemerkte ich allerdings erst, als ich den Tacho ausbaute. Ob dieser KM-Stand stimmt weiss ich natürlich nicht, aber die Schwalben waren in der DDR nun einmal Arbeitstiere. Ausserdem ist der KM-Stand bei einer Vollrestauration zweitrangig, da sowieso alles zerlegt wird.
Als erstes kam natürlich die übliche Prozedur mit dem zerlegen in alle Bestandteile.

Anschließend kam die Firma SES-Feinstrahltechnik mit ihrer mobilen Strahlkabine zu uns, um alle Teile zu strahlen. Lasst euch bei den Bildern nicht irritieren, denn es wurden gleich die Teile von 2 kompletten Schwalben gestrahlt. Die Firma SES-Feinstrahltechnik arbeitet mit einem komplett anderen System, wie andere Sandstrahlbetriebe. Bei anderen Firmen sind mir schon oft Oldie-Teile regelrecht zerschossen worden; hier geschieht das definitiv nicht!


Da ich Bedenken hatte wegen der Menge der Kleinteile nahm ich die Möglichkeit der mobilen Strahlkabine natürlich gern in Anspruch. Ausserdem kann man so am eigenen Leibe erfahren, mit welchem Aufwand diese Arbeit verbunden ist.


Der Anhänger ist komplett ausgeladen mit den benötigten Geräten und dem Strahlgut.
Ich persönlich habe den Zeitbedarf dieser Arbeit völlig unterschätzt. Aus von mir geschätzten 4-5 Stunden wurden 2 komplette Arbeitstage mit je 10 Stunden!
Danke nochmals an alle geduldigen Nachbarn, die 2 Tage diesen Staub und vor allem diesen Lärm ertragen mussten.

Da wir hier eine Vollrestauration demonstrieren wollten lies Bernd die Kabine öfter während dem Strahlvorgang zum fotografieren offen. Diese Aktion werden wir mit Sicherheit nicht wiederholen - den feinen Staub werden wir wohl die nächsten 2 Jahre noch in irgendwelchen Ritzen vorfinden.

Das Strahlgut wird 3-4 mal verwendet. Dafür muss es natürlich vor der Wiederverwendung gut gesiebt werden.

Oben wird der ganze Staub abgesaugt und in einem Sammler (links) mit Filter aufgefangen.

So wie hier ist die Kabine normalerweise komplett geschlossen. Dann hält sich der Schmutz auch in Grenzen.

So, nun geht es endlich los!

Hier das bessere Heckteil im ursprünglich Zustand.

Das beige Heckteil sah vor allem innen wegen Rost richtig böse aus.

So ein Schwalbe-Heckteil hat eine ganz schön grosse Fläche!

Die Innenseite des Kniebleches. Es war übelst verrostet. Hier hatte ich mit der Flex schon einmal angefangen.

Hier die Innenseite nach dem Strahlen. Nach dem Strahlen kommt jede Delle unbarmherzig zum Vorschein.

Die Vorderseite des Kniebleches. Alles, was angeflext ist war Rost.

Nach dem Strahlen. So exakt kann man diese Teile ohne Strahlen nicht bearbeiten.

Hier ist gerade der vordere Kotflügel in Arbeit.

Die Lampenmaske vor der Behandlung.


Die Vorderseite nach der Behandlung. Hier würde eine mechanische Bearbeitung noch funktionieren, aber....

.... gerade die Innenseite ist über die Jahre meist stark verrostet und da kommt man an viele Stellen gar nicht richtig hin.

Der Motortunnel in einem richtig üblen Zustand!

Die ganzen Rostnarben bekommt man mit Schleifpapier sicherlich nicht rostfrei!

Hier der vermeintlich bessere Rahmen im ursprünglich Zustand. Der Lack war jedoch vom Rost komplett unterwandert.

Eigentlich ist der Schwalberahmen ja nicht gross, ....

aber er hat jede Menge Kanten und Nischen.

Allein 2 Stunden brauchten wir für jeden Rahmen.

Wenn man dann den fertig gestrahlten Rahmen neben einen unbehandelten stellt, dann weiss man jedoch, für was der Aufwand gut war.

Nach dem Strahlen werden alle Teile umgehend grundiert, sodas sich ja nicht wieder gleich Rost ansetzt.


Gerade bei solch verwinkelten Teilen muss man aufpassen, dass man beim grundieren auch je jede Ritze erwischt. Ansonsten kommt der Rost hinterher gerade aus den Falzen gern heraus.

Hier die schlimmeren Schwingen von vorn und hinten.

Nach dem Strahlen ist wirklich aus jeder noch so kleinen Ritze der Rost verschwunden.

Dasselbe bei der vorderen Schwinge.


Der vordere Schwingenträger links bereits teilweise gestrahlt...

und rechts noch unbehandelt. Gerade dieses Teil gammelt im Kotflügel gern!
Bei diesen beiden Schwalben wurden alle Blech- und Rahmenteile so behandelt. Strahlen - abblasen, um Staubrückstände zu entfernen - mit Silikonentferner abwaschen - und zum Schluss umgehend grundieren.

Teile, wie der vordere Schwingenträger werden dann noch von innen mit Fertan behandelt und anschließend mit Mike-Sanders Korrossionschutzfett mittels Hohlraumpistole ausgesprüht. Das dürfte dann für die nächsten 30 - 50 Jahre wieder reichen!
Weiteres folgt demnächst!