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Jerry´s Schwalbe

Jerry kam eines Tages mit einer zerlegten Schwalbe KR 51/2 bei uns auf den Hof und fragte, ob wir daraus wieder etwas fahrbares gestalten könnten. Nachdem die Schwalbe völlig  zerlegt war einigten wir uns darauf, dass dies eine Winterarbeit würde, da ich in der Hauptsaison für solche Großbaustellen einfach keine Zeit habe.

Der vorhergehende Mechaniker muss wohl verzweifelt gewesen sein. Er hat bei seiner Fehlersuche wirklich alles zerlegt. Ursprünglich kam die Schwalbe zu ihm, weil sie nach einiger Zeit immer ausging und sich konsequent weigerte, wieder anzuspringen. Wahrscheinlich wäre es damit getan gewesen, die Simmerringe auszutauschen. Daran merkt man, dass heutige Kfz-Mechaniker nichts mehr mit Zweitaktern zu tun haben.

Nachdem Jerry mittlerweile seinen linken Unterschenkel durch einen Arztfehler verloren hatte beschlossen wir, die Schwalbe zumindest von der Technik her absolut zuverlässig zu machen. Außerdem muss ich mir mit der Schaltung was einfallen lassen. Jerry möchte unbedingt den 4-Gang-Motor fahren und den gibt es meines Wissens nicht mit Handschaltung und mit der Protese funktioniert das Schalten einfach nicht. +

Im Winter 2009/2010 ging es dann los. Beim Motor merkt man ganz klar, dass dies eine echte Weiterentwicklung ist. Dieser Motor ist wesentlich leichter zu überholen, wie der 3-Gang-Motor. Der war so schnell fertig, dass ich gar nicht dazu kam, Bilder zu machen.

Als völlig zerrupftes Huhn  kam diese KR 51/2 zu uns.

 

 

Die Elektrik war absolut zerlegt, sodas der einzig reale Weg war, den Rest auch noch zu zerlegen und ganz von vorn anzufangen.

 

Eigentlich ist die Elektrik ganz simpel; trotzdem ist es besser, immer mit Schaltplan zu arbeiten. Meinen herzlichen Dank an die Firma MZA, die mir einen ordentlichen Schaltplan schickten!

Logisch, dass der Tank von innen auch noch verrostet sein musste. Glücklicherweise sind die Simson-Teile immer noch bezahlbar.

In einigen wesentlichen Details ist schon ein Unterschied zwischen der KR 51/1 und der KR 51/2. Hier wurde das äußere beibehalten und die Technik weiterentwickelt.

Um die Kosten in einem vernünftigen Rahmen zu halten blieb die Optik erst einmal zweitrangig.

So, jetzt kommt auch wieder ordentliches Benzin an!

Allmählich sieht sie wieder aus, wie eine Schwalbe!

Die ist wohl hauptsächlich im Dorf auf Nebenstraßen oder auf dem Acker gefahren worden. Das Kennzeichen ist von 1998!

Äußerst bedauerlich, wenn man ein wenig dumm ist. Zum einstellen der Zündung zerlegte ich extra ein Polrad vom 3-Gang-Motor um den Unterbrecher ganz genau einzustellen - blöd gelaufen, das Polrad ist hier  genau entgegengesetzt ausgerichtet. Es ist ganz klar im Vorteil, wer erst schauht und dann handelt. Naja, wenigstens kann ich das so entstandene Werkzeug bei meinen Motoren verwenden!
Jerry entschloss sich irgendwann, dass es besser sei, auf eine handgeschaltete Schwalbe umzusteigen. So endete diese KR 51/2 also bei uns.  Das Endergebnis:
schnurrt und sieht doch auch ganz lecker aus!